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Posts Tagged ‘Zukunft’

Was sind die besten Wörter,
für die letzten Seiten deines Tagebuchs?
Vielleicht ein „Machs gut“,
oder doch ein „Lebe Wohl“?

Da hat sich jemand  durch dein Kauderwelsch gekämpft,
mit dir die Verantwortung der ganzen Welt gestemmt,
ein Mensch, der jetzt deine Handschrift kennt,
wie seine eigene,
von dem dich nichts trennt,
außer ein Sprung in der Zeile.

Manchmal war da so ein Gefühl,
wie ganz nah verwandt,
als hätte man sich von Kind auf gekannt,
obwohl jedes Wort schon unzählige Sommer dort stand.

Nur eine Zeile ziert die sonst so weiße Tagebuchseite:
„Vergiss mich nicht, Ich liebe dich“

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Manchmal erinner‘ ich mich an früher,
an die guten, alten Jahre.
Mit Tränen in den Augen,
wenn ich durch die Straßen fahre.

Früher war der Tag sehr einfach,
aufstehen, radeln, Unterricht.
Heute schaue ich auf die Welt,
wie sie um mich rum zerbricht.

Das klingt pessimistisch, ja.
Die Kinderaugen lügen,
Sie haben mir die Welt gezeigt,
heute muss ich mich fügen.

Seh‘ viel Leid und Elend,
was ich nie begreife.
Die Welt ist keine Ponyhof
und das find ich scheiße.

Probleme werden hergezaubert,
so wie Harry Potter,
Menschen ohne Seele,
geifern wild nach Schotter.

Doch keiner wird als Arsch geboren,
das passiert durch alle.
Die Gedanken sind ja frei,
nur zu oft auf Malle.

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Hallo Leser,

mein Name ist Boris. Ich bin 17 Jahre alt. Das stand auch alles schon im Prolog, aber der vollständigkeithalber wollte ich sichergehen, dass keine Informationen verloren gehen können.

Wie ihr sicher schon hier gelesen habt, befinde ich mich im Jahr 347.229 nach Christi Geburt. An wen schreibe ich? Ich schreibe sozusagen aus der Zukunft. Ihr wollt sicherlich wissen, was es mit dem Titel auf sich hat und wieso das ein Abklatsch scheint von einem Roman und Film, der schon im 20. Jahrhundert (was für eine Zeit) lief und gelesen wurde. Nun, dann möchte ich euch ein wenig mit auf eine Reise nehmen.

In vielen kleinen Kurzgeschichten werde ich euch einen kleinen Einblick gewähren in meine Welt. Vieles wird euch bekannt vorkommen (denn Im Westen ist ja wieder nichts neues) und einiges wird vielleicht trotz allem neu sein. Macht euch erstmal keine Gedanken darüber, lasst euch überraschen. Womit fange ich am besten an? Ich weiß es. Ich beginne mit einer einfachen Erzählung über einen ganz normalen Alltag eines 17jährigen Jungen aus dem Jahr 347.229:

10.20 Uhr: Aufstehen
10.30 Uhr: Frühstück
11:07 – 18.00 Uhr: Fernsehen.
18:00 – 20.00 Uhr: Abendbrot
20:00 – 04:00 Uhr: Internet /Cyberspace
04:00 – 10.20 Uhr: Schlafen / Trancition

Ihr dürft euch das Fernsehen nicht so vorstellen, wie es bei euch abläuft. Nein, bewahre so babarisch ist es mittlerweile nicht mehr. Nachdem die Erdbewohner der westlichen Welt es geschafft haben, ihren Lebensalltag teilweise direkt vor dem Fernseher zu verbringen, haben sich schlaue Köpfe einige Dinge einfallen lassen. Sie vertraten die Meinung, dass der Mensch nicht unabhängig von einem TV leben sollte. Das interessante dabei war, dass zu dieser Zeit das Fernsehen schon vom Aussterben bedroht war, doch durfte dies noch nicht geschehen. Ihr könnt euch das in etwa so vorstellen: Ihr habt eine alte Technologie und habt eine neue und effizientere. Die alte ist mittlerweile ziemlich überholt, aber trotzdem noch vorherrschend. Viele Interessen hängen dort dran und wollen gewahrt werden. So wurde das Fernsehen zum Menschenrecht erklärt. Die Verkündung fand mediengerecht in einem großen Spektakel mit Live-Auftritten sehr berühmter Prominenter Gäste aus der vielfältigen europäischne Filmlandschaft statt.

Doch haltet ein, nicht alles am Fernsehen ist schlecht. Ich schaue täglich viele Stunden, doch glücklicherweise muss ich dabei nicht mehr das gucken, was andere in die TV-Blöcke stopfen. Es gibt eine kleine Neuerung: Bilder im Fernsehen können nun mittels Gedanken manipuliert werden. Nicht von außen, nein. Sondern von mir selbst. Gedankenversunken sitze ich so oft stundenlang vor meiner alten Kiste und schaue mir Dinge an, die nur ich sehen kann. Jedenfalls glaube ich das. Es gibt auch noch ein richtiges Fernsehprogramm, viele gucken das einfach, denn es geht schneller und erfordert nicht so viel Übung. Ich find’s irgendwie langweilig, die anderen unterhalten sich dann im Cyberspace nur über diesen Kram. Da die mich sowieso nicht leiden können gucke ich meine eigenen Bilder. Doch auch das alte Fernsehprogramm hat einen Vorteil (gehabt): Ich habe auf den TV-Zeitschriften die wichtigen Worte gelesen: „What [the fuck] is the [mo-fucking] sense of [damn] life“. Ich habe die anderen Worte einfach ignoriert, es kommt ja auf den großen Zusammenhang an, oder?

Eines möchte ich noch erklären, bevor ich euch nicht weiter belästige mit meinem bisher sehr langweiligen Tagesablauf. Trancition ist eine Art Schlaf nur kann man sich mittels Medikamenten in eine Art Trance versetzen (daher der Name). Dieser Zustand befähigt den Menschen dazu, unterbewusst weiter Dinge zu tun, die am Tag passiert sind. So ist es möglich trotz des Zustandes im Internet zu surfen und Präsenz in verschiedenen V-Lands zu zeigen (das sind virtuelle Länder, es gibt nämlich verschiedene davon und wer hip sein will, sollte lieber ständig dabei sein, wer weiß, was man so verpassen könnte.)

Ich denke, damit dürfte mein kurzer Tagesablauf erklärt sein. So sehr unterscheidet er sich nicht von einem alltäglichen Rhythmus eines 17jährigen Jungen oder Mädchen aus dem 21. Jahrhundert, aber ich hatte ja beschlossen, das zu ändern. Und damit beginne ich morgen um 11:06 Uhr!

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Prolog:

Um diese Geschichte erzählen zu können, bedarf es einer kleinen Vorbetrachtung. Viel hat sich verändert, vieles nicht.

Wir schreiben mittlerweile das Jahr 347.229 n.Chr. Viel Zeit ist ins Land, in die Welt gegangen. Unser Hauptakteur Boris, ist ein siebzehnjähriges Kind, dass sich einige Fragen stellt. Doch bevor wir tiefer in den inneren Monolog des Jugendlichen einsteigen können müssen wir uns damit beschäftigen, wie es dazu kam, wie es heute ist.

Vor 347.229 Jahren sollte ein christlicher Heilsbringer auf der Erde erscheinen und wieder verschwinden. Viele Jahrhunderte danach waren übersäht mit Krieg, Schmerz, Leid und Krankheiten. Das hat sich radikal geändert, als die modernen Wissenschaften begannen, der Religion das Feld abspenstig zu machen. Nun gab es eine Veränderung. Krieg, Schmerz und Leid gab es immer noch, Krankheiten wurden in ärmere Länder ausgelagert und neue erfunden. So gab es nun Menschen, die sozusagen „ausgebrannt“ waren. Woher diese neuartigen Krankheiten kommen und wo sie die Menschheit hinführen war lange Zeit ungewiss, doch heute können wir auf viele Kapitel dunkler Menschheitsgeschichte zurückblicken.

Viele Jahrhunderte nachdem der christliche Heilsbringer die Erde erst betrat und wieder von ihr verschwand, begannen Menschen wieder und wieder sich im großen Stil sich umzubringen. Heute wissen wir, dass außerirdisches Leben dieses Treiben auf dem „Blauen Planeten“ damals mit einer nicht geringen Verwunderung betrachteten. Viele Dispute in den intergalaktischen Philosophiezirkeln des gesamten Universums berieten viele Stunden und Monate, wieso es eine Spezies fertig brachte, sich auf einem neuen technologischen und wissenschaftlichen Höhepunkt derart selbst zu dezimieren und zu bekämpfen. Nachdem die Ursache nicht ermittelt werden konnte, nahmen unsere galaktischen Mitbewohner an, dass die Menschen auf dem Planet Erde wahrscheinlich einfach zu primitiv waren. Selbst die anderen Bewohner der Erde versuchten ihre Warnungen auszusprechen, so zum Beispiel in dem Dokumentationsfilm: „Per Anhalter durch die Galaxis“, welche den Menschen die Konstruktion ihrer Erde vor Augen führt und ihnen klar werden lässt, dass anscheinend andere Spezies intelligenter wären als sie selbst. Das alles half zunächst nichts und der Mensch stürzte sich in aberwitzige Kriege. Nach einem kurzen Zeitalter, den wir heute unter dem Namen „The Dark Age“ kennen, begannen die Menschen langsam, sich von ihrem Platz auf dem Träppchen hinter Maus und Delfin zu entfernen. Auch das war lange Zeit in verschiedenen Galahypernetforen ein wichtiges Thema, fiel letztendlich aber aufgrund ausschweifender Beleidungen und Flamewars dazu, dass Mods und Admins gemeinsam eine weitere Diskussion um die Verdummung der Menschen unterbanden.

„The Dark Age“ wird die Zeit genannt von 0-2010 n. Chr. um genau zu sein. Danach war die Bezeichnung unverständlich geworden, weil Fernsehstars und Boulevardblätter sich genötigt sahen, die Kritikpunkte vieler tausender WissenschaftlerInnen in ihren Soaps und Vlogs und Twitteraccouts, auf Facebook und vielen anderen Internetseiten zu verhöhnen. Schnell verbreitete sich eine Botschaft: „Wissen ist für Schwuchteln.“ Anzumerken ist, dass das Wort „Schwuchtel“ hier nicht als eine abwertende Bezeichnung für homosexuelle Wesen auf der Erde gemeint ist, sondern eine relativ neue Kreation der Unterhaltungsindustrie um störende Einflüsse auf ihre Zielgruppen schon früh im Keim zu ersticken.

Danach begann die Welt im Chaos zu versinken.

Heute wissen wir, wie es wirklich gewesen ist. Zumindest glauben wir zu wissen, was passierte. Und ein kleiner Junge (er war wirklich nicht sonderlich groß) machte sich auf und zog mit seinem Laptop am Wanderstock durch die Welten um zu erforschen, wie es dazu kam, dass er hier ist und was der Sinn des Lebens sei. 42 hatte er gehört, doch wollte er nicht glauben, sondern wissen.

Boris wohnt in einem kleinen Zimmer, irgendwo auf Erdetage 42. Aufgrund dieses irrwitzigen Zufalls, genau in der 42 Erdetage zu wohnen, machte ihn das erste Mal aufmerksam auf die Antwort eines fiktiven Supercomputers, der meinte die Antwort auf die Frage „nach allem, nach dem Leben“ sei 42. Nicht viele Menschen stellten sich jemals solche Fragen. Boris war nicht besonders gesegnet, doch komischerweise stapelten sich die Fernsehzeitschriften seiner Schwester in genau einer einzigen Konstellation: „What [the fuck] is the [mo-fucking] sense of [damn] life“. (Anm. des Autos: Die Wörter in Klammern standen auch noch auf den Zeitschriften, sind aber für die weitere Geschichte irrlevant.) Aber Boris starrte auf diese unglaublich seltene Wortkombination, die ihn aus seinem sonst bekannten Tagesrhythmus riss und bis zum heutigen Tag nicht losließ. Von nun an wollte er nicht mehr der kleine 17jährige Boris sein, sondern wollte er wissen. Ein Umstand der ihm zu Gute kam, war, dass er nicht wirklich viele Freunde hatte. Die Schule war freiwillig, wieso er hinging wusste er an manchen Tagen selbst nicht. Doch wollte er anfangs schreiben lernen, damit er mit seinen Eltern irgendwie kommunizieren konnte. Diese arbeiteten irgendwo über seiner Etage und kamen, wenn es hoch kam, zwei bis dreimal im Monat vorbei um die Kühlschränke aufzufüllen, ihm einen Kuss aufzudrücken und wieder arbeiten zu gehen. Ein Fulltimejob, wie sie Bors erzählten, erfordere eine Aufopferung allerhöchster Güte. Natürlich machten sie das alles nur, damit Boris und sie es einmal besser haben würden, doch manchmal wünschte sich der kleine Junge nichts sehnlicher, als dass seine Eltern zumindest an seinem Geburtstag nach Hause kämen. Das geschah allerdings äußerst selten, die letzen beiden war jeweils einer von beiden gekommen. Ein kleiner Trost. Und so begann die Geschichte eines Jungen, der wissen wollte. Außerdem war die Batterie seiner Fernbedinung alle, sodass er gerade nichts besonderes zu tun hatte. Schule war erst wieder in einer Woche. Wir schreiben den 19.März 347.229 n. Chr. (wird fortgesetzt)

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