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Lufthansa

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Zwischen Gepäckbändern und Bonusmeilen,
muss irgendwo mein Leben sein,
das  auf zwanzig  Kilo proportioniert,
wie aufgezogen funktioniert.

Am Ankunftsterminal fallen sich immer Menschen in die Arme,
doch  ich fall nur ins  Bett und schlafe,
während  sich die Trommel der Waschmaschine dreht,
weil  nicht viel Zeit  vergeht,
bis die Reise weitergeht.

Dabei besitze ich alles was mein  Herz begehrt,
weil das  Internet einem nichts verwehrt,
und man mit Geld alles bestellen kann,
die Freude hält eh nur ein paar Stunden an.

Nur zwischen zwei Flughäfen  bleibt mir die Zeit,
ein Buch zu lesen,
Menschen zu begegnen,
ein Stückchen rationiert zu leben,
und auf jenes Wolkenland Acht zu geben,
das schon solange meine Heimat ist,
das dieser Wochenendmensch dort unten,
zum Phantom geworden ist.

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cc-by-nc-sa, Foto von mr.gears

Es ist Urlaubszeit, frei und ungezügelt,
fliege ich mit Hemd und Hose glatt gebügelt.
Ich möchte mich ins Hotel legen,
möchte mich nicht vom Pool wegbewegen.

Vier-Sterne-Vollpension,
hier möcht ich im Urlaub wohn.
Nicht an den Strand, nicht weg vom Getränkestand,
ausm Fenster das Handtuch werfen – unerkannt.

Ich mache Fotos, von uns beim Essen,
während wir gemeinsam Pommes essen,
danach gehen wir essen, irgendwo in der Stadt,
denn das gute Touri-Essen haben wir noch nicht
satt.

Danach weiter, ich möchte noch einkaufen,
deswegen werden wir die Einkaufspromenade langlaufen.
Da vorne ist Mediamarkt, ich brauche noch ne Speicherkarte,
weil ich sonst so lange auf das Übertragen der Fotos auf meinen
Laptop (den ich nur mitgebracht habe, damit ich allen schon mal Bescheid geben kann, dass der Urlaub wirklich super geil ist und ich schon am ersten Abend voll den Absturz hatte (alles halb so wild, ich konnte mich gleich wieder in der Poolliege ausruhen)) warte.

Mein Chef hat mir geschrieben, er wünscht mir schöne Ferien,
heute regnets draußen ich schau lieber ein paar Serien,
danach holt uns der Bus ab, setzt uns am Boot ab,
das legt vom Steg ab und ankert im Meer.

Viele meiner Freunde gefällt es, dass ich im Urlaub bin,
das schreiben sie seit Tagen, ich schreibe noch
schnell Postkarten und es auch meiner Restfamilie zu verraten.

Am Ende des Urlaubs, ich glaub es kaum,
endlich der langersehnte Traum. Ich treffe ein Mädchen – stockbesoffen.
Ich erzähle ihr wie toll ich bin und darf endlich hoffen. Sie sieht nicht niedlich aus, stelle ich später fest, sie kommt ausm Nachbarort, ich kenne sie schon eine Weile und irgendwie finde ich es trotzdem gut, dass wenn ich in die Ferne fahre, trotzdem fast alles so ist wie zu Hause.

Aldi, Lidl, Edeka, bei allen drein war ich schon da.
Hab mich eingedeckt für den Bootstrip, für den Sauftrip, für die Serien.
Außerdem war ich bei McCafé, das sieht voll anders aus an der Südsee,
die haben wir nen Mediterranen Burger, voll genial – ich freue mich aufs nächste Mal.
Außerdem gibt es hier, wunderbares deutsches Bier, deutsches Fleisch und deutsche Mädchen – im Urlaub ein wichtiges Rädchen.

Ich will nicht das was neues kommt, am Ende bin ich unzufrieden,
ich will genau wie du, nur zu Hause rumliegen. Ich will das Alte
kennenlernen, will das neue wissen, am liebsten aus der
Flimmerkiste, live ist es beschissen.

Denn manchmal drei Kilometer weiter,
beginnt schon der Urwald, und hier wird es urkalt,
kein Empfang fürs Telefon, der Laptop kriegt kein Strom,
und auch die Menschen sehen anders aus, weil
die in Armut wohn.

Das brauche ich nicht wirklich wissen, sehen oder hören,
ich möchte alleine sein,
im Urlaub soll mich keiner stören.

cc-by-sa, Foto von jphintze

 

 

(beim Titel bedanke ich mich für die Inspiration durch K.I.Z und deren neues Album „Urlaub fürs Gehirn“)

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