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Posts Tagged ‘Geld’

Zu oft, zu lang, zu grausam, das waren die Lehren der westlichen Welt.
Zu wichtig nahm sie sich selbst, ob in Politik mit Krieg oder Wirtschaft und Geld.
Nicht mehr belehren heißt auch selbstkritisch sein dürfen und müssen,
und nicht immer nur die Stiefel von Wissenschaftlern und Politikern küssen.

Denn nicht diese, meist weißen und reichen, Herren haben die Wahrheit gefressen,
meist sind es jene, verrucht und verräterisch, die sich und alles im Nutzen, in Nation, in Glaube nur messen.
Und ist geschürt, der rühmliche Hass auf alles andere und scheinbar Unrichtige,
kommt sie hervor, die eklige, die hässlich und grässlich wichtige
Belehrung.

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Märkte öffnen, privatisieren,
mit modernstem Kriegsgerät aufmarschiern‘,
Renten kürzen, Konsum anregen,
die Korruption zur Tür rausfegen,
demokratischer werden auch gegen die Wähler,
ja schön brav arbeiten, immer und schneller.

_

Nicht mehr belehren.
Nicht mehr ewig den Besseren spielen,
dabei nur auf den Vorteil schielen.
Nicht mehr belehren und nicht mehr befehlen,
nie mehr herrschen und nie mehr quälen.

Mit Hilfen, mit Geldern,
mit Komissaren und Paketen,
mit Technokraten und gekauften Wählern.

Nicht mehr belehren und dabei beherrschen,
nie mehr.

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Geld kost‘ mein Auto, Geld frisst die Wohnung,
Geld kostet Liebe und Geld kost‘ die Schonung.
Geld kost‘ die Schule und Geld kost‘ die Arbeit.

Geld brauchen Freunde und Geld kost‘ das Essen.
Geld kostet Bildung, ohne Geld – kannst vergessen.
Geld ist ziemlich vielseitig.

Geld brauchste täglich, mehrmals und oft,
und redste nich‘ so oft über Geld
holts dich ein unverhofft.

Geld kosten Stimmen bei einer guten Wahl,
Geld kost‘ Demonstranten verjagen und verhaun‘.
Anscheinend kosten Kredite Vertrauen und Geld,

Geld kost‘ der Strom und Geld kost‘ der Tod,
Geld kannste zahlen oder bist in Not.

Geld kost‘ die Werbung, die Geld bringen soll.
Geld kost‘ das Drucken des Geldes.

Geld kost‘ der Alltag, Geld kost‘ das Besondre,
Geld kost‘ das notwendige und Geld kost‘ das spezielle.
Geld kost‘, wenns Geld kost‘.

Und weil soviel Kosten entstehen, wir weiter schön am Rädchen drehn, wird Armut nie was kosten außer Faulheit, Unvernunft, Schmarotzertum, Feigheit. Denn wärste alles nicht gewesen, hättste jetzt dit Jeld zum leben. Drum höre auf die Wirtschaftswaisen, Geld kost‘ das Leben, mit Geld kannst verreisen. Mit Geld kannste allet und och Jeschenke für die Familie, Feste, Beerdigungen, dit janz normale Telefonat zwischen zwee Familienmitgliedern. Dit kannste machen – brauchste Geld und nu erzähle mir nochmal – Geld regiert nicht die Welt.

Geld haste oder hastet nicht, darfste mitmachen oder nicht. Und wenn du jenau soviel Ged hast, wie es am besten für dich ist, dann wirste wohl allet richtig jemacht haben. Freiheit und so und Chancen nutzen – mit den Worten Papier beschmutzen. Und in Mikrofone rotzen, hör ick se reden, krieg ick dit kotzen.

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Ein sonniger Tag, mitten in der Stadt. Es ist warm draußen, die Menschen spazieren wieder auf den Straßen und hier und da blühen ein paar Frühblüher. Ich sitze auf einer Bank, ganz in der Nähe des Rathauses. Hier finden sich an sonnigen Tagen viele Menschen ein um zu spielen, trinken, lachen oder um Sport zu treiben. Doch hier kommen auch andere Menschen hin.

Gespannt sehe ich einer Gruppe junger Leute zu, die sich in die hinteren Ecken des Parks verkrochen haben. Dieses Pack, denke ich bei mir. Doch nun interessieren mich diese sonderbaren Mitbewohner. Sie wirken friedlich, jeder hat ein Bier und sie erzählen und lachen genauso wie alle anderen – vielleicht ein bisschen lauter.

“Weeste”, spricht der eine mich an, als ich ihn abschätzig angeschaut habe. Ich wollte nach Hause gehen, da die Sonne hinter den Dächern der malerischen Kleinstadt untergehen wollte. “Meinen sie mich?”

“Jaja, dich meen ick. Wat kieknst so jeringschätzich?” Oh nein, ich wurde ertappt. Dabei habe ich doch versucht, so neutral zu blicken wie immer. Etwas muss mich verraten haben. “Ich hab doch gar nicht…” fange ich an, bevor ich unterbrochen werde.

“Na, nu komm ma ran uffn Meta. Ick seh doch, dat dit jelogn is. Bist wohl och son Fatzke der denkt, wir jammeln nur rum und uns jehts jut, wa?” Bingo, denke ich bei mir und muss innerlich grinsen. “Dit is aba nich janz die Wahrheit, kannste dir vorstelln, oda?”

Nun macht er mich neugierig. Was kann er denn damit meinen? Ich sehe doch, was vor sich geht. Ich ruhe mich aus, nach einer harten Arbeitswoche und die machen hier schon am frühen Nachmittag ihre Biere leer.

“Ick komme aus Berlin, hörste wa? Ick bin nich jerne hier, muss ick ehrlicherweise zujeben. Ick musste.” Verdutzt schaue ich ihn mir genauer an. “Wie soll ich das verstehen?”

“Komm ma her, setz dich hin und sperr die Löffel uff.” Nachdem ich Platz genommen hatte, begann die Geschichte:

“Ick war mal Lehrer an ner Schule für Behinderte. So Kinder und so. Warste da schonma drinne? Ick war da mehr als zwanzich Jahre drin. Und jut jings den Leuten, dit sach ick dir.” Angespannt blickt er in seine Bierflasche. “Dann ham se mich rausjeschmissen. Dit klingt jetzt so, wie dir dit viele berichtn würdn. Aba bei mir kommts noch dicker. Ick wurde zu der Zeit schwer krank, kannste dir vorstellen, wa? Dit hat meene damalije Frau nicht ausjehalten und is abjehaun, stand ick alleene da. Ick hatte ja nischt mehr. Bewerbung hab ick jeschrieben, bis der Drucker kaputt war, dit sach ich dir.” Mich verwundert, wie ehrlich ich diese Aussagen aufgrund des Umstandes finden kann. “Ick bin keen schlechterer Mensch, verstehste, ick hatt nur keen Glück. Nachdem ick also rausjeflogen bin, hamse mir erstmal nen Jahr lang Jeld jereicht. Dann war Schluss. Am Ende wurd ich wieder gesund, dann bekam ich Hartz4.”

Eine tragische Geschichte, da stimme ich ihm zu, doch wieso sollte mich das weiter bekümmern, schließlich ist er nicht der einzige, der seinen Job verloren hat.

“Nu pass uff. Ick komme also als jelernter Lehrer hier her und die jeben mir ne Teilzeitstelle im Werk für behinderte Kinder. Super, dacht ick. Bis die dit Ding jeschlossn haben. Nichma sechs Monate nachdem ick hier anjekommen bin. Schmeißen die mich wieder raus, die Wohnung kann ick natürlich so nich halten. Ick wohn nich uff der Straße, dit kannste wissen. Ick wohn in ner Wohnung mit drei Kumpels. Uff da Straße biste nischt mehr, da komm mehr so Leute wie du und haun immer noch feste druff. Dit is keen Leben. Aber weeste, wat so schlimm is? Ick komme hier her, weil ick musste. Ick musste her, weil die sonst meene Bezüge jekürzt hätten. Ick musste den Job hier nehmen, weil dit meen Uftrag is – für die Steuerzahla, weils doch fair is. Wesste, ick war wirklich keen dummer Kerl. Mir hat dit Spaß jemacht, bauen und so. Die Behinderten waren wenigstens nette Leute, die Fatzken vonna Verwaltung nich.”

Das war für mich auch keine neue Erkenntnis, aber ich fand es hart. Hart, weil er irgendwie mich damit hätte meinen können.

“Du kannst och wat dafür, wenn de dich ma ankiekst. Da wo wir wohnen, will keena hin. Keena will uff der Straße leben, verstehste? Keena will um nen Cent bettlen müssen oder die Zeitung verticken. Du bist immer nur der Penner, der säuft und stinkt. Und dit is nich selten, meen Freund, dit sach ick dir.”

“Weeste, ick bin ne ehrliche Haut, ick tu keenem wat. Ick wollte arbeiten, aber die wollen nich. Die suchen nach Jeld, nich nach Jerechtigkeit. Denen is egal, wer wir sind, weil wir da wohnen, wos keen Jeld zu holn jibt. Ick kenn ditte. Arbeit muss sich lohnen, ick globs och. Seit Jahrn sind se dran, neues Zeuch zu erfinden und allet leichta zu machen, am Ende stehn wa uff der Straße. Brauchen nur noch soundsoviele Leute im Werk, mich nich mehr in der Schule. Ick wollte da bleiben. Aber weeßte, zur Not, geh ick halt woanders hin. Aba nich mehr arbeiten, dit kannste verjessen. Sterben wäre jeschickt.”

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Heute gibt es nichts Gutes zu berichten, heute lässt sich leider nichts Gutes dichten. Es gibt Geschichten über Liebe, Natur und bunte Leben – doch dieses wollen sie uns nicht geben.

Geld kostets alle zu ernähren, Geld kostet unser Wohlstand.
Geld, das wir ihnen verwehren, Geld bleibt in unsrer Hand.
”Illegale” heißen sie, übers Meer ins Paradies.
Europa will euch nicht, wir sind nicht gütig, wir sind fies.

Nutzen eure zermürbten Hände, für die Kinder keine Ruh.
Wir aalen uns in Reichtum, und der Grund dafür bist du.

Ja – du Ausländer, das ist dein Problem.
Wir wollen dein Elend hier nicht sehn.

Essen was die Mühlen mahlen, konsumieren wie die Wilden.
Machen uns das Leben bunt und reisen in die Welt.
Doch setzen wir uns Masken auf, wir geben heut die Milden.
Haben ein paar Kröten über – retten wir euch, sind wir der Held.

Armut kennen wir nicht, denn alle sind sie Freunde.
Wir sind stolz auf unsre schöne Gemeinde.
Alle Menschen der ganzen EU, sehen euch armen
Würsten zu – wie ihr vor der Mauer hungert.

Verallgemeinern wollen wir nicht, das ist unsre Bürgerpflicht.
Doch alle die nicht den Reichtum mehren, die von unsren Werten zehren, sollen sie sich dort und nicht hier vermehren.

Alle reden von einer Welt – wir nicht. Wir sind die Welt.

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Danke EU, danke für mehr Zäune in Griechenland, mehr Polizei, mehr Kameras, mehr Steuern, mehr gebrochene Versprechen, mehr nicht beachtete Bürgerrechte in allen Ländern, danke für salonfähigen Ausländerhass, danke für etliche Subventionen, danke für keine Alternativen, weil alles alternativlos ist. Danke für Geheimverträge der Demokratie, danke für mehr Bundeswehrbeteiligung, danke für eure Wortgewalt, danke für die katholischen Missbrauchsfälle, danke für Ausländerpauschalisierungen, danke für Zensur, danke für 2010. Danke, dass ihr uns regiert. 2011, los gehts.

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Reichtum ist für manche Leute, reiche, fette und goldne‘ Beute,
für andre‘ wiederrum geht es manchmal nur darum,
andre zu beglücken, sie mit Freude und Glück zu schmücken.

Manche streben alle Tage, stellen sich niemals jene Frage:
Wie kann ich andren Glück bescheren, kann ich mich gegen andre wehren?
Laufen blindlings durch die Welt, halten Geld für den Held der Welt.

Ich saß an einem Lagerfeuer, ohne glänzendes Ungeheuer.
Das Wetter war nicht das schönste, das Feuer aber war das größte.
Freunde, Natur, ein Haufen Holz, auf uns war ich vielleicht stolz.

Wenn die Zeit kurz Pause macht, wenn im Kreis nur noch gelacht,
die grauen Wolken nicht mehr stören, Momente uns gehören,
dann sind wir reich und alle gleich.

Keine Stechuhr und kein Chef, kein Stau und kein Stress.
Einen Stuhl und hoch die Beine, am Feuer ist man nie alleine.
Stört mich nichts mehr, soll so bleiben, am liebsten immer hier verweilen.

Menschen hört auf das was zählt, euch regiert nicht das Geld,
es bestimmt nicht euer Leben, ihr habt viel mehr zu geben,
denn das schönste auf der Welt, kann niemand bezahlen nur mit Geld.

Drum ruf ich euch zu, schnappt euch das Fahrrad,
radelt los und bleibt erst stehen, wenn ihr denkt hier ist es schön.
Macht halt und atmet ein, hier bist du Mensch hier darfst du’s sein.

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Die Wette gilt. cc-by-nc-= Bild von Wolfgang Wildener

Durch jede Schicht der Menschen,
zieht sich ein schwarzes Band.
Fragt man nach den Gründen,
hat man sich schnell verrannt.

Heutzutage, gar keine Frage,
soll jeder schnell flexibel sein.
Die Welt soll ein Zuhause, das Leben eine Jause.
Weshalb ich heute klage.

Vor Jahren einmal, oder zweimal,
sesshaft geworden auf der Welt,
gibt’s heute nur noch wenig,
was Menschen zusammen hält.

Schnelllebigkeit in allen Kreisen,
von Frau zu Mann und andersrum,
wer heute nicht vier Sprachen spricht,
findt‘ keinen Job, gilt als dumm.

Überall einsetzbar und stets bereit,
von sozialer Bindung schon befreit,
sollen Menschen und Maschinen
dem Gott, dem Gelde, heute dienen.
Ein Gedicht über die heutige Schnelllebigkeit und wieso ich glaube, dass Menschen deshalb häufig ihre sozialen Bindungen verlieren bzw. einschränken müssen.

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