Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Gefängnis’

Lichter flammen über weiße Wände,
behutsam lehnen Sie sich gegen die Widerstände der Metalstreben,
von irgendwo erklingt ein „Vater unser“,
viele malen  jetzt  Bilder,
die ohne Farben sind,
weil  die  letzte  Bastion  in  ihrem Kopf beginnt.

Es gibt keine Zeit,
in der nicht Einer mit dem Anderen  spricht,
denn die Stille macht Sie wahnsinnig,
alle 8 Stunden wechseln die Wärter ihr Gesicht,
Tag und Nacht gibt es nicht,
nur Licht, Neonröhrenlicht,
Justicias kaltes Angesicht.

Sie drehen sich stundenlang,
kommen nicht in Träumen  an,
endloser Gedankenstrang,
Reue als Ventil,
damit man endlich schlafen  kann.

Jeder kennt seinen Tag,
an dem man seine Sachen packt,
sich verabschiedet und geht,
in der Hoffnung das man die Menschen dort nie  wiedersieht.

Darum versuchen Sie nicht aufzufallen,
Aufgaben erledigen, immer nett zu allen,
damit man ein paar Tage streicht,
nicht eindringt ins Gedankenreich,
und schweigt über ihre Vergangenheit,
die doch nur bis gestern reicht.

Werbeanzeigen

Read Full Post »

Wochenende

Wir

 

Die

Früh aufstehen, Zähne machen, Kopf putzen, in die Schuhe. Schnell das Toast runtergeschlungen, in die Bahn, Kopfhörer rein und Ruhe.

 

Früh aufstehen, essen holen, auf die Stube, waschen gehen. Morgeninspektion mitmachen und dann graue Wände sehen.

Ich bin endlich angekommen, Bahn war völlig überfüllt. Heute sieht es traurig aus, mein Schreibtisch – in Arbeit eingehüllt.

 

Nachdem die Prozeduren wandern, sitz ich auf dem Bett und lese. Heute darf ich raus gehen, einmal schnell die Sonne sehen.

Es ist Mittagspause – schnell. Ich renne um die Ecke, schnell Fastfood kaufen und ich stehe in der Menschenkette.

 

Mittag gibt es wieder Suppe, dazu ein Stück Brot, ich setze mich hastig hin, schlinge in meiner Not.

Ich bin am Schreibtisch eingeschlafen, es ist doch schon viel zu spät. Ich schalte schnell das Licht aus und bin der Letzte der geht.

 

Ich drehe heute meine Runde, wachsam nehme ich sie auf – die Details ich erkunde und alles nimmt seinen Lauf.

Angekommen bin ich endlich, frei und friedlich vorm TV, jetzt noch schnell was essen und dann ab ins Bett zur Frau.

 

Morgen bekomme ich Besuch, die Frau kommt um mich zu sehen. Ich kann sie bis heute, nicht so richtig verstehen.

Ich arbeite heute durch, das steht auf ihrem Zettel, ich quäle mich aus dem Bett und lese und ich bettel’, denn die Zeit sie rennt mir weg.

 

Sie war heute da, ich fand es seltsam, sie zu sehen tut mir gut. Doch habe ich sie laufen sehen, die Tränen unter ihrem Hut.

Bald ist Wochenende, dann bin ich wieder frei, bis dahin werd’ ich arbeiten, Muße einerlei. Ich darf nicht ruhen, muss was schaffen, darf mich nicht hängen lassen. Blick nach vorn, nicht zurück, irgendwann winkt mir das Glück. Ich bin frei und werde es bleiben.

 

Nun ist der Tag gelaufen, in Gedanken weit gereist. Der Sport tut mir sehr gut, denn in einem gesunden Körper, wohnt ein gesunder Geist. Morgen dreht der Bibliothekar seine nächste Rund, und ich bin hier gefangen und fühl mich kerngesund.

Read Full Post »