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Posts Tagged ‘Dummheit’

Prolog:

Um diese Geschichte erzählen zu können, bedarf es einer kleinen Vorbetrachtung. Viel hat sich verändert, vieles nicht.

Wir schreiben mittlerweile das Jahr 347.229 n.Chr. Viel Zeit ist ins Land, in die Welt gegangen. Unser Hauptakteur Boris, ist ein siebzehnjähriges Kind, dass sich einige Fragen stellt. Doch bevor wir tiefer in den inneren Monolog des Jugendlichen einsteigen können müssen wir uns damit beschäftigen, wie es dazu kam, wie es heute ist.

Vor 347.229 Jahren sollte ein christlicher Heilsbringer auf der Erde erscheinen und wieder verschwinden. Viele Jahrhunderte danach waren übersäht mit Krieg, Schmerz, Leid und Krankheiten. Das hat sich radikal geändert, als die modernen Wissenschaften begannen, der Religion das Feld abspenstig zu machen. Nun gab es eine Veränderung. Krieg, Schmerz und Leid gab es immer noch, Krankheiten wurden in ärmere Länder ausgelagert und neue erfunden. So gab es nun Menschen, die sozusagen „ausgebrannt“ waren. Woher diese neuartigen Krankheiten kommen und wo sie die Menschheit hinführen war lange Zeit ungewiss, doch heute können wir auf viele Kapitel dunkler Menschheitsgeschichte zurückblicken.

Viele Jahrhunderte nachdem der christliche Heilsbringer die Erde erst betrat und wieder von ihr verschwand, begannen Menschen wieder und wieder sich im großen Stil sich umzubringen. Heute wissen wir, dass außerirdisches Leben dieses Treiben auf dem „Blauen Planeten“ damals mit einer nicht geringen Verwunderung betrachteten. Viele Dispute in den intergalaktischen Philosophiezirkeln des gesamten Universums berieten viele Stunden und Monate, wieso es eine Spezies fertig brachte, sich auf einem neuen technologischen und wissenschaftlichen Höhepunkt derart selbst zu dezimieren und zu bekämpfen. Nachdem die Ursache nicht ermittelt werden konnte, nahmen unsere galaktischen Mitbewohner an, dass die Menschen auf dem Planet Erde wahrscheinlich einfach zu primitiv waren. Selbst die anderen Bewohner der Erde versuchten ihre Warnungen auszusprechen, so zum Beispiel in dem Dokumentationsfilm: „Per Anhalter durch die Galaxis“, welche den Menschen die Konstruktion ihrer Erde vor Augen führt und ihnen klar werden lässt, dass anscheinend andere Spezies intelligenter wären als sie selbst. Das alles half zunächst nichts und der Mensch stürzte sich in aberwitzige Kriege. Nach einem kurzen Zeitalter, den wir heute unter dem Namen „The Dark Age“ kennen, begannen die Menschen langsam, sich von ihrem Platz auf dem Träppchen hinter Maus und Delfin zu entfernen. Auch das war lange Zeit in verschiedenen Galahypernetforen ein wichtiges Thema, fiel letztendlich aber aufgrund ausschweifender Beleidungen und Flamewars dazu, dass Mods und Admins gemeinsam eine weitere Diskussion um die Verdummung der Menschen unterbanden.

„The Dark Age“ wird die Zeit genannt von 0-2010 n. Chr. um genau zu sein. Danach war die Bezeichnung unverständlich geworden, weil Fernsehstars und Boulevardblätter sich genötigt sahen, die Kritikpunkte vieler tausender WissenschaftlerInnen in ihren Soaps und Vlogs und Twitteraccouts, auf Facebook und vielen anderen Internetseiten zu verhöhnen. Schnell verbreitete sich eine Botschaft: „Wissen ist für Schwuchteln.“ Anzumerken ist, dass das Wort „Schwuchtel“ hier nicht als eine abwertende Bezeichnung für homosexuelle Wesen auf der Erde gemeint ist, sondern eine relativ neue Kreation der Unterhaltungsindustrie um störende Einflüsse auf ihre Zielgruppen schon früh im Keim zu ersticken.

Danach begann die Welt im Chaos zu versinken.

Heute wissen wir, wie es wirklich gewesen ist. Zumindest glauben wir zu wissen, was passierte. Und ein kleiner Junge (er war wirklich nicht sonderlich groß) machte sich auf und zog mit seinem Laptop am Wanderstock durch die Welten um zu erforschen, wie es dazu kam, dass er hier ist und was der Sinn des Lebens sei. 42 hatte er gehört, doch wollte er nicht glauben, sondern wissen.

Boris wohnt in einem kleinen Zimmer, irgendwo auf Erdetage 42. Aufgrund dieses irrwitzigen Zufalls, genau in der 42 Erdetage zu wohnen, machte ihn das erste Mal aufmerksam auf die Antwort eines fiktiven Supercomputers, der meinte die Antwort auf die Frage „nach allem, nach dem Leben“ sei 42. Nicht viele Menschen stellten sich jemals solche Fragen. Boris war nicht besonders gesegnet, doch komischerweise stapelten sich die Fernsehzeitschriften seiner Schwester in genau einer einzigen Konstellation: „What [the fuck] is the [mo-fucking] sense of [damn] life“. (Anm. des Autos: Die Wörter in Klammern standen auch noch auf den Zeitschriften, sind aber für die weitere Geschichte irrlevant.) Aber Boris starrte auf diese unglaublich seltene Wortkombination, die ihn aus seinem sonst bekannten Tagesrhythmus riss und bis zum heutigen Tag nicht losließ. Von nun an wollte er nicht mehr der kleine 17jährige Boris sein, sondern wollte er wissen. Ein Umstand der ihm zu Gute kam, war, dass er nicht wirklich viele Freunde hatte. Die Schule war freiwillig, wieso er hinging wusste er an manchen Tagen selbst nicht. Doch wollte er anfangs schreiben lernen, damit er mit seinen Eltern irgendwie kommunizieren konnte. Diese arbeiteten irgendwo über seiner Etage und kamen, wenn es hoch kam, zwei bis dreimal im Monat vorbei um die Kühlschränke aufzufüllen, ihm einen Kuss aufzudrücken und wieder arbeiten zu gehen. Ein Fulltimejob, wie sie Bors erzählten, erfordere eine Aufopferung allerhöchster Güte. Natürlich machten sie das alles nur, damit Boris und sie es einmal besser haben würden, doch manchmal wünschte sich der kleine Junge nichts sehnlicher, als dass seine Eltern zumindest an seinem Geburtstag nach Hause kämen. Das geschah allerdings äußerst selten, die letzen beiden war jeweils einer von beiden gekommen. Ein kleiner Trost. Und so begann die Geschichte eines Jungen, der wissen wollte. Außerdem war die Batterie seiner Fernbedinung alle, sodass er gerade nichts besonderes zu tun hatte. Schule war erst wieder in einer Woche. Wir schreiben den 19.März 347.229 n. Chr. (wird fortgesetzt)

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Fernsehen

Fernsehen, wo kommt das her?
Erinnern wir uns einmal.

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In die Ferne schauen, bedeutet lernen.
Denn das Bekannte liegt so nah.
Das Bekannte kann uns wärmen,
das Ferne scheint so wunderbar.

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Denn Unbekanntes uns erwartet,
in der Welt um uns herum.
Doch wenn die Glotze wieder startet,
jammern sie wie zu Hause rum.

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Von Werbung zu Werbung gibt’s manchmal Film,
dazwischen Katastrophen,
dann sollen wir konsumiern‘,
und Kandidaten singen Strophen.

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Fernsehen soll bilden, so wills das Wort,
Die Glotze kein gebildeter Ort.
Leider ists soweit gekommen,
der Fernseher sieht’s nur noch verschwommen.

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Entweder Skandale oder Titten,
Gourmets aus Currywurscht und Fritten.
Angst und Terror überall,
am Ende naht der tiefe Fall.

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Wenn Menschen nicht mehr fernsehen.

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