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Posts Tagged ‘Arbeit’

Entschuldigen Sie, meine feinen Herren und Damen.
Ich habe nichts zu essen, kein Dach über dem Kopf.
Ich bitt‘ sie nur um eine kleine Spende,
und entschuldigen sie mich abermals,
ich bin ein armer Tropf.

Nur ein Brot, etwas zu trinken, eine Bleibe für die Nacht.
Ich möcht sie nicht weiter stören, vielen Dank.
Ich hoffe, ich habe ihnen keine Umstände gemacht.

__

Hast du den gesehen, mein lieber Mann,
dem kann ick leider nichts geben.
Zum Glück zieht er nicht die Fliegen an,
ich muss doch auch von was leben.

Stimmt schon alles was du sagst, keine Frage.
Wir wollen doch alle noch nicht ins Grabe.
Drum sind wir lieber zu ihm gemein,
das kennen wir schon von oben.

Er wird schon finden, die himmlische Ruhe,
wir müssen uns täglich schinden.
Während er unter Brücken sein dasein fristet,
wird uns die Arbeit binden.

Drum helfen wir lieber den oben,
mit unsrer Täglich Schund,
die Armen hier unten verlieren wir
und unsre Finger sind wund.

Nicht von der Arbeit, die passiert per Computer,
nicht von der Last der Maschinen,
wir sollen heute noch kaufen und bücken
und unsre Technik bedienen.

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7:30 – er klingelt und befreit mich aus dem Müßiggang,
es ist schon fast zu spät, der Tag fängt an.
Schnell Biofrühstück inhalieren, zum Fahrrad spazieren,
durch den Park radeln und dann arbeiten.

 

17:30 – das Handy klingelt und befreit mich aus dem Supermarkt,
hier gibt es nur das Beste. Kein Gramm Fett und Süßigkeiten
sollen an mir kleben.

Ich bin gesund, das muss ich sein, sonst passe ich nicht hier rein,
weder Hose noch Freunde. Rauchen, Trinken papperlapapp.

Sowas kann mir nicht passieren, denn ich möchte funktionieren.
Schreckliches wird wiederfahren, wer sich wagt, zu hinterfragen,
wieso wir gesund und kräftig sein sollen und ob wir das denn
selber wollen.

Pranger hier und für ein jedes – Freveltum ist allgegenwärtig.
Tue dies nicht, lass das bleiben, denk an deine Gesundheit – Kindchen.

Hässlichkeit, Unsportlichkeit, generelle Unfitness ist unfinanzierbar.
Wer soll das denn bezahlen, wenn Menschen sich im
Nichtstun aalen? Nichts tun und genießen – das kann es nicht sein,
bitte – steckt mich in Anzüge rein, schenkt mir Arbeit, ein Leben lang.
Unendlich wird er sein, mein jubelnder Dank.

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cc-by-nc-sa, Foto von mr.gears

Es ist Urlaubszeit, frei und ungezügelt,
fliege ich mit Hemd und Hose glatt gebügelt.
Ich möchte mich ins Hotel legen,
möchte mich nicht vom Pool wegbewegen.

Vier-Sterne-Vollpension,
hier möcht ich im Urlaub wohn.
Nicht an den Strand, nicht weg vom Getränkestand,
ausm Fenster das Handtuch werfen – unerkannt.

Ich mache Fotos, von uns beim Essen,
während wir gemeinsam Pommes essen,
danach gehen wir essen, irgendwo in der Stadt,
denn das gute Touri-Essen haben wir noch nicht
satt.

Danach weiter, ich möchte noch einkaufen,
deswegen werden wir die Einkaufspromenade langlaufen.
Da vorne ist Mediamarkt, ich brauche noch ne Speicherkarte,
weil ich sonst so lange auf das Übertragen der Fotos auf meinen
Laptop (den ich nur mitgebracht habe, damit ich allen schon mal Bescheid geben kann, dass der Urlaub wirklich super geil ist und ich schon am ersten Abend voll den Absturz hatte (alles halb so wild, ich konnte mich gleich wieder in der Poolliege ausruhen)) warte.

Mein Chef hat mir geschrieben, er wünscht mir schöne Ferien,
heute regnets draußen ich schau lieber ein paar Serien,
danach holt uns der Bus ab, setzt uns am Boot ab,
das legt vom Steg ab und ankert im Meer.

Viele meiner Freunde gefällt es, dass ich im Urlaub bin,
das schreiben sie seit Tagen, ich schreibe noch
schnell Postkarten und es auch meiner Restfamilie zu verraten.

Am Ende des Urlaubs, ich glaub es kaum,
endlich der langersehnte Traum. Ich treffe ein Mädchen – stockbesoffen.
Ich erzähle ihr wie toll ich bin und darf endlich hoffen. Sie sieht nicht niedlich aus, stelle ich später fest, sie kommt ausm Nachbarort, ich kenne sie schon eine Weile und irgendwie finde ich es trotzdem gut, dass wenn ich in die Ferne fahre, trotzdem fast alles so ist wie zu Hause.

Aldi, Lidl, Edeka, bei allen drein war ich schon da.
Hab mich eingedeckt für den Bootstrip, für den Sauftrip, für die Serien.
Außerdem war ich bei McCafé, das sieht voll anders aus an der Südsee,
die haben wir nen Mediterranen Burger, voll genial – ich freue mich aufs nächste Mal.
Außerdem gibt es hier, wunderbares deutsches Bier, deutsches Fleisch und deutsche Mädchen – im Urlaub ein wichtiges Rädchen.

Ich will nicht das was neues kommt, am Ende bin ich unzufrieden,
ich will genau wie du, nur zu Hause rumliegen. Ich will das Alte
kennenlernen, will das neue wissen, am liebsten aus der
Flimmerkiste, live ist es beschissen.

Denn manchmal drei Kilometer weiter,
beginnt schon der Urwald, und hier wird es urkalt,
kein Empfang fürs Telefon, der Laptop kriegt kein Strom,
und auch die Menschen sehen anders aus, weil
die in Armut wohn.

Das brauche ich nicht wirklich wissen, sehen oder hören,
ich möchte alleine sein,
im Urlaub soll mich keiner stören.

cc-by-sa, Foto von jphintze

 

 

(beim Titel bedanke ich mich für die Inspiration durch K.I.Z und deren neues Album „Urlaub fürs Gehirn“)

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Wochenende

Wir

 

Die

Früh aufstehen, Zähne machen, Kopf putzen, in die Schuhe. Schnell das Toast runtergeschlungen, in die Bahn, Kopfhörer rein und Ruhe.

 

Früh aufstehen, essen holen, auf die Stube, waschen gehen. Morgeninspektion mitmachen und dann graue Wände sehen.

Ich bin endlich angekommen, Bahn war völlig überfüllt. Heute sieht es traurig aus, mein Schreibtisch – in Arbeit eingehüllt.

 

Nachdem die Prozeduren wandern, sitz ich auf dem Bett und lese. Heute darf ich raus gehen, einmal schnell die Sonne sehen.

Es ist Mittagspause – schnell. Ich renne um die Ecke, schnell Fastfood kaufen und ich stehe in der Menschenkette.

 

Mittag gibt es wieder Suppe, dazu ein Stück Brot, ich setze mich hastig hin, schlinge in meiner Not.

Ich bin am Schreibtisch eingeschlafen, es ist doch schon viel zu spät. Ich schalte schnell das Licht aus und bin der Letzte der geht.

 

Ich drehe heute meine Runde, wachsam nehme ich sie auf – die Details ich erkunde und alles nimmt seinen Lauf.

Angekommen bin ich endlich, frei und friedlich vorm TV, jetzt noch schnell was essen und dann ab ins Bett zur Frau.

 

Morgen bekomme ich Besuch, die Frau kommt um mich zu sehen. Ich kann sie bis heute, nicht so richtig verstehen.

Ich arbeite heute durch, das steht auf ihrem Zettel, ich quäle mich aus dem Bett und lese und ich bettel’, denn die Zeit sie rennt mir weg.

 

Sie war heute da, ich fand es seltsam, sie zu sehen tut mir gut. Doch habe ich sie laufen sehen, die Tränen unter ihrem Hut.

Bald ist Wochenende, dann bin ich wieder frei, bis dahin werd’ ich arbeiten, Muße einerlei. Ich darf nicht ruhen, muss was schaffen, darf mich nicht hängen lassen. Blick nach vorn, nicht zurück, irgendwann winkt mir das Glück. Ich bin frei und werde es bleiben.

 

Nun ist der Tag gelaufen, in Gedanken weit gereist. Der Sport tut mir sehr gut, denn in einem gesunden Körper, wohnt ein gesunder Geist. Morgen dreht der Bibliothekar seine nächste Rund, und ich bin hier gefangen und fühl mich kerngesund.

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Reisegreise, Wirtschaftswunderkinder .
Ihr seit von deutscher Kohle schon ganz blind ,
seht nicht das die Rücken eurer Kinder von zuviel Arbeit
schon ganz krumm geworden sind.

Sie sollen funktionieren,
nicht kapitulieren,
euch hofieren
und konsumieren ,
doch wie lang soll das gut gehn,
wenn sich die Schlingen um die Hälse immer weiter zuziehn?

Die Mehrwertsteuer auf 25 Prozent,
hier und da ein neues Truppenregiment,
und noch eine Million für Griechenland,
gehört uns ja eh nicht,
ist ja eh nur auf Pfand ,
doch der der zuletzt lacht ist immer die Bank….

Jener kleine Klabautermann ,
der mit dem digitalen Spinnrad Goldfäden spinnen kann,
springt herum und singt diesen Freudengesang:

Ach wie gut das jeder weiß,
das ich Lehmann Brothers heiß,
heute investier ich,
morgen verlier ich,
und übermorgen raub ich die  Zukunft von deinem Kind.

Das hier ist kein Aufruf zur Revolution,
denn die hattet ihr schon,
nur ein Mahnmal für die folgende Generation,
die es nie wieder so gut hat wie ihr,
ich hoffe ihr seit wenigstens dankbar dafür…….. .
.

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Arbeiten

Seit wir auf der Erde wandeln, wir uns nur nach oben strampeln,
tagein tagaus und von vorn, wir sind zum arbeiten geborn.
Abitur mit nur zwölf Jahren, schnell durch die Uni fahren,
oder in die Produktion, was du willst, wenn kümmerts schon.

Seit Jahr und Tag das selbe Spiel, willst du was, dann arbeite viel.
Komm nicht auf dumme Gedanken, fang nicht an mit uns zu zanken.
Einst sagte Durden, Tyler, es gibt was das ist geiler,
denn du bist nicht dein Beruf.

Seit Menschengedenken, wir uns um Faulheit verrenken,
alles soll einfacher sein, Mensch raus und Roboter rein.
Doch wo bleibt der Platz für den Job, wenn ein elektronischer Mob,
kommt und mich ersetzt?

Reichen denn die Plätze, für den Platz der Schätze,
gibt es vielleicht einfach nicht genug,
ist die Gefahr der Freiheit in Verzug?
Wie wärs denn mit einem Versuch?

Vielleicht ist es nicht das Heil, das wir suchen,
immer auf Hartzer zu fluchen,
vielleicht ist die Arbeit knapper geworden,
und Menschen endlich frei geboren?

Sollen Maschinen schuften gehn,
wir uns in der Sonne drehn,
ist das nicht das erklärte Ziel, oder denk ich schon zuviel?

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