Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Vergangenheit’ Category

Image

Copyright by Elisa Ruden

Traumluftblasen im Sommerregen,
natürliche Schneekugeln auf asphaltierten Wegen,
stetig fallender Fadenregen,
der wie ein versierter Pianist,
die Welt von selbst erklingen lässt.

Doch die Bänke bleiben leer,
Regenwanderer gibt’s nicht mehr,
weil Musik aus allen Ecken strömt,
haben sie sich daran gewöhnt,
nur wahrzunehmen, nicht zu hören,
ganz am Regen sich zu stören.

Nur manchmal spielt er für ein Kind,
das gerade erkennt,  was Regenwolken sind,
dann schlägt er ganz sanfte Töne an,
damit der kleine Mensch auch tanzen kann.

Read Full Post »

Ohne ein Wort,
wäre es nur ein Gedicht gewesen,
das von wenigen gelesen verhallt,
anklagende Worte durch alte Zähne gelallt,
ein letztes mal die Faust geballt.

Wieder Antikriegsgedicht,
wieder gegen  Gewalt,
was sind schon 60 jahre Zeit,
gegen den immer währenden Schrecken,
in Bombengestalt.

Dabei haben wir gelernt,
das der Siegende begnadigt,
und der Geschlagene verzeiht,
weil uns am Ende aller Tage Menschlichkeit vereint.

Doch ein Wort hat einen Schmerz geweckt,
der tief in alten Wunden steckt,
unsere Vergangenheit befleckt,
Deutschland wieder brauner Fleck.

Aber wir dürfen nicht schweigen,
weil wir schon einmal geschwiegen haben,
es vermieden haben, der Wahrheit ins Auge zu sehen,
ließen Völkermord geschehen.

Heut wird das getriebene Volk zum Jäger,
zum  Weltgendarm, zum Schläger,
bewaffnet  mit Absolution,
und dem Zepter des Atoms.

Read Full Post »

Es muss voran gehen – kein Halt ist möglich. Wir dürfen auch nicht zögern und ich verrate auch nicht, was überhaupt mit wir gemeint ist. Voran ist immer gut, es suggeriert mir und dir und „uns“, dass wir hier jedenfalls nicht bleiben können. Da wir auch nicht so zimperlich sein sollten, wäre es echt angenehm, wenn es möglich wäre, nicht nur ein wenig zu laufen, sondern möglichst schnell zu rennen. Doch – seien wir ehrlich – selbst das ist zu langsam. Einerseits wünschen wir uns Beschaulichkeit, doch in Wirklichkeit (was ist das denn schon wieder?) muss es noch ein bisschen was Neues geben.

Wie bitte? Die oben geschilderte Beschreibung ihres Lebensgefühls trifft nicht zu? Sie meinen, sie möchten nicht permanent auf dem Gleis gen temporären Ziel rasen und dabei auf der Strecke hier und da einige Fetzen Ruhe zum tanken genießen? Sie möchten mir erklären, Sie wären gerne ein wenig bescheidener und könnten auch damit leben, dass sich die Erde mal ein paar Tage ganz normal drehe. Das ist sehr löblich, doch dann wird Ihnen sicher auch schon bewusst sein, dass sie dazu leider nicht befugt sind.

Sie fragen, wer das wäre? Ich weiß nicht genau – vielleicht sind sie ja doch ein kleines Rädchen. Arbeiten ja fleißig an den zukünftigen Ersparnissen und der Rente und wer weiß – in ein paar Jahren haben sie vielleicht schon Kinder. Die müssen dann sicherlich auch bezahlt werden. Das ist alles sehr nachvollziehbar, deswegen lieber schnell rein in den Zug des Lebens. Wir halten erst später wieder, vielleicht sollten sie doch ihr Ticket lösen.

Ihnen wird klar, dass kein Mensch den Zug lenkt und sie eigentlich steuerlos sind? Ich bitte Sie, eigentlich ist alles in bester Ordnung, sie fahren doch schließlich. Bitte schnallen sie sich in den turbulenten Streckenabschnitten an und schnallen sie die Gürteil ein wenig enger – es geht ab- und vielleicht wieder aufwärts. Auf jeden Fall sollte es wieder vorwärts gehen.

Zurückgehen möchten Sie auch nicht? Was für ein Glück, scheint der Zug doch nur nach vorn zu fahren. Wie, sie überlegen soeben, dass es auch einen Rückwärtsgang geben könnte, sie meinen, mit ihren Füßen könnten sie ganz andere Wege gehen, abseits der doch ziemlich starren Schienen zum temporären Ziel? Sie meinen, sie wollen laufen – kreuz und quer und vielleicht auch einfach sitzen? Gar liegen in einer Hängematte?

Vielleicht sollten wir aussteigen, anhalten, umschauen. Dann können wir ja eine neue Landkarte malen.

Lied aus dem fahrenden Zug zu

Read Full Post »

(Das Bild ist leider nicht von mir gemacht Google Bilder machts möglich 🙂

Aus dem Keller hole ich den alten Apperat,
lösch das Licht und zeig dich so,
wie ich dich gesehen  hab,
knisternd rastet das erste  Dia ein,
ein junges Mädchen erstrahlt,
im blassen Lichterschein.

Du mit  wildem Pony,
du im roten Kleid,
auf der Usedomer Strandpromenade voller Fröhlichkeit,
weißt du noch in Amsterdam?
wir lagen zugedröhnt im Gras,
haben die  hellsten Sterne  nach unserer Zukunft befragt.

Dort haben wir was zusammen geträumt,
und Luftschlösser  gebaut,
manche sind wahr geworden,
so wie dieses Haus,
andere stehen auf der Wunschliste,
ist das Haar auch ganz ergraut.

Das ist jetzt alles fast 40  Jahre her,
ich träum davon selbst heute noch,
als ob es gestern wär,
es ist vielleicht nicht mehr alles so,
wie am ersten  Tag,
doch entdeck ich heut noch Dinge,
die ich an dir mag.

Ist es normal, das ich noch von dir träum,
selbst wenn du deine Macken hast,
und ich manchmal das Feld räum,
knallende Türen, harte Worte, so manche Sofanacht,
haben uns gezeigt wie man alles miteinander schafft.

Read Full Post »

Wir steuern immer auf irgendwas hin,
weil wir nicht sagen können,
das wir glücklich sind,
immer höher, immer schneller, immer weiter,
immer versuchen das Perfekte zu steigern.

Neue Grenzen stecken,
unsere Seele verwetten,
die Welt verändern,
und sie dann wieder retten.

Doch irgendwann fordert alles seinen Tribut,
es geht für eine Weile,
aber nie für ewig gut.

Du sollst für die Welt alles geben,
immer streben,
nie aufhören zu leben,
doch das bleibt immernoch ein Traum.

Je stärker wir versuchen perfekt zu sein,
desto mehr verschleißen wir bei dem Versuch,
reißen Seiten aus unserem Buch,
machen unsere besten Jahre zu nichte,
für ein kleines bisschen Sorglosigkeit,
ohne Gewissheit was am nächsten Morgen davon bleibt.

Dieses Gedicht ist mir spontan eingefallen als ich „Funktionieren“ von Fargurd gelesen habe. Liebe Grüße Tandi

Read Full Post »

Manchmal schau ich die Straße runter,
dort steht ein alter Mann,
und es ist immer wieder erstaunlich,
wieviele Falten so ein Gesicht innehaben kann.

Falten wie ein Sternenkarte,
eines findigen Seemanns Halt,
in einer stürmischen wandelbaren Zeit.

Wie sind sie da nur hingekommen,
war das Gesicht doch wie ein Buch,
weiß und weich die Wangenseiten,
in die sich Leben grub.

Schönes und Schreckliches zieht nicht einfach so vorbei,
sondern hinterlässt Spuren wie die Zeit,
als Bildhauer der Menschlichkeit.

Jeder gelebte Moment verziert dein Gesicht,
leugne ihn nicht und versuch durch Maskerade,
deiner Vergangenheit ausm Weg zu gehen,
so wie jeder auszusehen.

Read Full Post »

Voller Leben, Freude, Sonne,
geht es weiter unverhofft.

Auch der Sturm der letzten Wochen,
selbst nicht richtig abgekocht.

Doch schon kann mensch es riechen,
weit der wohlig warme Duft.

Und die letzten Wolkenfetzen,
selbst mit Regen schwer verhangen,

bläst der Wind hinfort und
zeigt den Himmel unverfangen.

Mutig tapsend, neue Pfade,
wollen wohl erkundet sein.

Schimmern dort die Sonnenstrahlen,
so leise kann das Leben sein.

Read Full Post »

Alles laut. Es tanzt die Seele
Livestream im Netz und TV ,
und dann kommt noch auf die Schnelle
die Anderen wissens genau.

Alles laut. Vergeblich kreisch ich
niemand den es interessiert,
Kein Blick von den Flatscreens erreicht mich
und kein Mensch blickt fasziniert.

Alles laut. Die Köpfe rauchen
sind mit Nachrichten verpestet,
die, viel Speicherplatz verbrauchen,
trotzdem hab ichs auch getestet.

Alles laut. Jetzt sitz ich wartend
als mein Finger schnellt gen Tasten,
was passiert hier, ich sitze ratend
und klicke und klicke – niemals rasten.

 

(Original von Theodor Fontante: Alles still)

Read Full Post »

Wir zahlen den Preis,
für unsere eigene Unzulänglichkeit,
wenn man sich verbrennt,
kühlt man die Hand,
brennt die Welt,
erwacht der Verstand,
wie ein allein gelassenes Kind,
in panischer Angst vor der Hilflosigkeit,
und dem endlosen Nichts,
das ihm entgegenschweigt.

Wenn man geht,
hinterlässt man immer etwas Totes,
auch ich war Mensch,
wusste was das 2 Gebot ist,
mein Nächster, Kind,
bist du ,
komm schließe beide Augen zu,
denn die Nacht legt sich über die Welt,
und wird von anderen Dingen als Licht erhellt.

Diesmal ist es nicht nur mein Leib,
auch dein Planet ist in diesem Bunde vereint,
Weine nicht,
kurz ist dein Leid,
Wir, Wesen ohne Beständigkeit,
sind im Tode wieder vereint.

Dies ist der erste Teil eines Zwillingsgedichtes, Ich hoffe es bringt unsere Leser zum Nachdenken. Was meint ihr ist es zu pessimistisch? Ich freu mich auf Comments lg tandi

Read Full Post »

Deutschlands Jugend ist nicht verblödet,
nur desillusioniert,
weil das mit der Kindheitsseifenblase,
nicht mehr funktioniert.

Früher gab es die Power Rangers,
die schlugen alles kurz und klein,
heute läuft man selber in offne Messer rein.

Wie oft ist man geflogen,
übern Horizont mit Superman,
und hat gelernt,
egal was kömmen möge,
das die Guten doch gewinnen.

Jeder kennt die Szene,
vom gelobten Land,
als Simba mit seinem Vater,
auf dem Königsfelsen stand,
wie gebannt vor der Zukunft,
vor dem ewigen Kreis,
und er weiß,
Glück kommt nicht von alleine,
sondern hat seinen Preis.

heut ist es nicht anders,
es ist kein anderes Land,
scheint die Sonnen auch nur noch,
hinter dem Rand,
und Hyänen fressen alles,
von Herz bis Verstand,
lachen über jene,
die ihr Existenz bauen auf Sand.

Aber wer soll es richten,
wenn wir es nicht können?,
darum weck eine Kraft,
tief in dir drin,
das deine Kinder,
auch morgen noch sorglos mit Superhelden spielen können.

Read Full Post »

« Newer Posts - Older Posts »