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Archive for the ‘Uni’ Category

Wir steuern immer auf irgendwas hin,
weil wir nicht sagen können,
das wir glücklich sind,
immer höher, immer schneller, immer weiter,
immer versuchen das Perfekte zu steigern.

Neue Grenzen stecken,
unsere Seele verwetten,
die Welt verändern,
und sie dann wieder retten.

Doch irgendwann fordert alles seinen Tribut,
es geht für eine Weile,
aber nie für ewig gut.

Du sollst für die Welt alles geben,
immer streben,
nie aufhören zu leben,
doch das bleibt immernoch ein Traum.

Je stärker wir versuchen perfekt zu sein,
desto mehr verschleißen wir bei dem Versuch,
reißen Seiten aus unserem Buch,
machen unsere besten Jahre zu nichte,
für ein kleines bisschen Sorglosigkeit,
ohne Gewissheit was am nächsten Morgen davon bleibt.

Dieses Gedicht ist mir spontan eingefallen als ich „Funktionieren“ von Fargurd gelesen habe. Liebe Grüße Tandi

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„Hey Alter, komm her wir battlen uns. Nur du und ich.“ Gemeint war ein Hip Hop – Battle. Ich war nun mal auf der Party gewesen und da kommt dieser mit Klunker verzierte Typ auf mich zu und meint, ich hätte Stress gemacht. Seine Freundin angeschaut oder sonst was schlimmes. Na wie dem auch sei, seine Freunde standen um ihn rum und ich sah so aus, als wäre ich gerade von der Uni gekommen. Er ein Tier. Der Kreis um uns schloss sich langsam, irgendwo gab es doch tatsächlich noch ein altes Radio mit CD-Spieler. Aussuchen durfte ich den Track nicht, war mir auch gleich. „Ich fang an du Schwachkopf“. So sollte es sein:

„Seht ihn euch an, diese Hanswurst. Das der hier so rumcruist ist wahrscheinlich nicht sein Glück, schick ihn in das Loch zurück, aus dem er heute rausgekrochen, mit Worten werden heut Knochen gebrochen. Ich spitte dir ins Gesicht, du erkennst dich danach nicht. Liegst verbal auf Bordsteinkanten, auf der Straße die sie nach mit benannten. Meine Mädels und die Crew, schauen dir heute zu, wie du untergehen wirst, als erster unter der Erde – first. Der zweite, extrageile Part, wird für dich leider doppelt hart. Meine Reime sind so derbe, dich schick ich unter die Erde. Du hast es heut gewagt, hast ‚hi‘ zu ihr gesagt, weshalb ich dich zerbashe, blutig scheint deine Wäsche. Wenn meine Worte Waffen wären, du und dein Studetengebären, ich würd dich in Stücke schneiden, heute sollst du doppelt leiden. Auf meine Party mit meiner Braut, sowas hat sich noch keiner getraut. Deshalb machst du die Biege, bevor ich auf dir liege.“

Ihr hättet ihn sehen sollen, großartig. Hüpft vor mir wie ein wildgewordener Uran Utan und klopft sich auf die Brust. Mit den Armen fuchtelt er wild um sich und denkt, seine Meute (die ein ähnliches Gebaren an den Tag legen) und er würden mich schon allein aufgrund der böseren Aufmachung fertig machen. Naja. Unkommentiert konnte ich das natürlich nicht lassen. Mal ganz unter uns. Seine Freundin ist eine echte Augenweide, dieses Lächeln, ihre Augen. Wie sie sich bewegt, toll. Ich habe sie angerempelt, als ich meinen Kumpels ein paar Bier holen wollte. Ihr Pappbecher ist dabei runtergefallen und hat ihre Schuhe dreckig gemacht. Ich habs weggewischt, als auf einmal dieser wilde Terminator vor mir stand und mir aufforderte in seiner (wahrlich nicht) Königsdisziplin anzutreten. Gut, soll er haben wonach er mich fragt. Auf gehts:

„Gut, du hast es gewollt, alle Tribut gezollt? Dann kommen hier mal leise Töne, weg von wildem Rumgestöhne. Ohne Auf- und Niederspringen, wir sollten hier Lieder singen. Du willst lieber kämpfen, willst dich messen, sagst deine Gorillas essen Eisen und Dynamit, glaubst du dass das zieht? Nichtmal mein Basecap fliegt vom Kopf, selbst meine Oma und die hängt am Tropf, würde dir die Ohren waschen, dich danach an der Bong wegaschen. Wüst dissen sollte ich dich hier, doch bin ich kein wildes Tier, nicht haten sondern reimen, Risse kann man leimen. Ich kenn dich wirklich schlecht, doch das soll so nicht bleiben, wir stehn uns gegenüber und wollen uns zerreimen. Das hat bei mir nicht geklappt, ich wusste es schon vorher. Deine Skills sind nicht gerappt, sondern eher was für Freddy Krüger. Sterben vor Langeweile ist echt nicht mein Ding, und deswegen wechsel ich das Thema von dem wir sing. Ging es um deine Freundin, geh ich gleich nachher hin und werde mich vorstellen, denn sie wirkt wie erhellend auf alle andren Gäste, und ich weiß ich schätze, das du sie als Teil des Projekts, in deine Tasche steckst. Sie ist ein Stück vom Himmel, Augen lieblich wie Seide, du interessierst dich doch nur für ihre [ ] Freundinnen. Deswegen würd ich sagen, wir sollten uns nicht schlagen. Kein Battle wirds beenden, ich will hier nichts verschwenden. Deine Freundin, die wartet, die Fronten sind verhärtet, doch ich bin hier der Weichspüler und der Gemütekühler. Peace.“

Ich war noch nie wirklich gut im battlen. Aber heute hatte ich echt keine Lust. Meine Reime können sich sehen lassen – wenn ich das mit den Kumpels betrunken mache. Heute war etwas anderes. Heute war es wichtig. Der Typ steht mir immer noch gegenüber. Die kreischende Meute an halbnackten Gorillaweibchen ist verstummt. Auch die Typen dahinter schweigen und betrachten das Alphatier. Er macht ein paar Schritte auf mich zu. Seine rechte Hand ist zur Faust geballt. Ich hätte es vorher wissen müssen, hab ihn eben zu sehr provoziert. Gut, dann krieg‘ ich jetzt auf die Schnauze und darf dann endlich gehen. Er nimmt meine Hand und reckt sie nach oben. Gewinner? „Kumpel, das war fresh. Wir sind uns ebenbürtig. Du darfst sogar bleiben. Finger weg von meiner Schnecke, ansonsten viel Spaß. Und wehe, ich seh dich hier nochmal.“ Zwinkert mir zu und dreht sich um und lässt sich feiern. Ich putze meine Brille. Ich lebe noch.

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Red‘ nicht mit mir.

Und schon flattert ein neues kleines Gedicht in den Blog. Inspiriert wurde ich durch eine sehr langweilige Vorlesung an der Universität. Viel Spaß.

Ich sitze auf der Bank und frage mich,
wieso quälen sie ausgerechnet dich?
Wieso labern die seit Stunden schon,
was hab ich nach den 8 Stunden als Lohn?

Das Internet rettet diesen Tag,
an dem ich hier solang sitze und mich frag‘,
Geht es euch auch manchmal so?

Auf jedenfall, manchmal kommt das vor,
sie reden auf dich ein und dir schmerzt dein Ohr,
Doch das gute an solchen Sachen ist,
dass du irgendwann wieder frei bist.

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