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Archive for the ‘schreiben’ Category

So der erste Prosatext 😀

ich weiß  er ist nicht das  Beste, aber er wollte einfach aufs Papier. Viel Spaß dabei

Was ist eigentlich das  Warten? Meist ein erzwungenes Verharren im Moment, bis die Dinge, die man sich wünscht Wirklichkeit sind. Oft verärgert es uns, weil wir die Zeit die es verbraucht, viel besser zu nutzen gedenken als irgendwo auf  einem Stuhl mit Zeitschriften und Illustrierten, umringt von anderen Frustrierten, die genau dasselbe Schickal teilen und in dir den Grund sehen für ihr Verweilen,  weil alles was wir begehren vermeintlich begrenzt ist. Selten wird uns die Zeit geschenkt, die Menschen um uns herum so genau zu betrachten, wie die Mutter mit dem kleinen beim Kinderarzt, die unter den Augen tiefe Ringe trägt, weil ihr Sonnenschein die ganze Nacht geschrien hat und sie bei jedem Laut gedacht hat, was sie bloß tun kann. Stunde um Stunde gewacht hat bis zum Morgen, ohne auch nur einen  Gedanken an sich selbst zu verwenden. Jetzt ruht der kleine Kopf auf ihrer Brust und gleichmäßiger Atem spendet ihr Trost. Dann geht das Doktorzimmer auf und sie sieht auf einmal so viel müder aus, müder aber doch erleichtert. Jenes Gesicht, dass sie  mit allen Eltern dieser Welt gemein hat, wenn das Kind wieder ruhig im Bettchen liegt, nachdem es unentwegt geweint hat.
Oder der alte Herr mit seinem Wägelchen  und der zart knisternden Zeitung, die er  fein säuberlich aufschlägt, um sich ein Bild von der fernen Welt zu machen, die ihn damals, als seine Söhne noch klein waren, nicht interessiert hat.Jenes Alter in  dem Jungen Drachen steigen lassen und  der weiteste Horizont auf der Wiese vor dem Haus liegt. Wenn jeder Käfer eine  neue Entdeckung und  jede bunte Glasscherbe ein versunkener Schatz ist. Wie viele Sommer  sind eigentlich seit dem vergangen? Sein Blick schweift in die Ferne. ich weiß nicht, ob er wirklich daran denkt, aber es wäre schön für ihn.
Anders das Mädchen neben ihm, das mit gebeugtem Kopf da sitzt und irgendwem auf der Welt kleine Nachrichten schreibt. Vielleicht, das sie jemanden vermisst oder  gern wüsste wie das ist anstatt auf das große Glück zu warten. Dazu das ewig lange Rätselraten, was wohl der „richtige“ Weg ist.
Vielleicht besteht das Leben aus warten. Im sich die Zeit vertreiben und Pläne schmieden, im zurück schauen und verstehen, dass es immer anders kommt als man erwartet und doch am Ende irgendwie gut ist.
Ich mag es,  wenn du  sagst : „Warte mal“ , inne hälst, zwischen uns nur dieses Stückchen Welt und doch ist es dieser  Moment, der nur uns gehört, der Glück  bedeutet.

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Manche Menschen scheinen immer einen Schwarzmalstuft dabei zu haben,
fortwährend nach dem wieso, weshalb, warum zu fragen,
und immer genau das zu begehren,
was sie gerade nicht haben.

Dann mummeln sie sich in ihre Igelpullis mit Rollkragen,
klagen über den Weltschmerz,
gegen die Resignationsattitüde,
ihr  gebrochenes Herz,
und den Verfall der romantischen Liebe.

Wenn ihnen dann doch mal  etwas Gutes passiert,
wird es  gleich einen Tick dunkler coloriert,
denn nichts Schönes ist von Dauer,
bestimmt nur der letzte schöne Sommertag,
vor dem nächsten Regenschauer.

Vor den Scheuklappen aus Selbstmitleid,
fließt er vorbei der Fluss der Zeit,
verliert sich zwischen zwei Herzschlägen,
und es vergeht ganz unberührt,
ein wunderbares Leben.

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Manchmal hättest du auch gern so ein Stück Talent,
sagst du,
wärst gern ein Mensch,
der den Moment erkennt,
Texte empfängt mit ganz sanften Fühlern,
und daraus etwas erschafft,
das Herzrhytmusänderungen entfacht.

Aber du sagst Schreiben kannst du nicht,
fragst dich auch wozu,
hört doch jetzt schon keiner zu,
wenn du mal von deiner Vergangenheit sprichst.

Ist doch auch sicher langweilig  für den Rest  der Welt,
wenn ein kleines Licht von seinen  Nichtigkeiten spricht,
wo es doch andere gibt,
die mit ihren Versen tiefe Kerben in Herzkammerwände schlagen,
und soviel mehr zu sagen haben,
obwohl die Worte langsam  sterben,
weil Menschen denken,
das sie  ein kleines Stück Talent nicht haben.

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Geschriebene Sätze auf weißem Papier,
Lebenszeichen, Randschraffuren,
genauer Gegensatz zu deinen seidenen Konturen,
Nichts wird nur dahingesagt,
jede Silbe hinterfragt,
weil man nur eine Chance hat.

Ansonsten beginnt alles von vorn,
neu ordnen, neu formulieren,
einmal mehr Dinge riskieren,
die man sonst nie sagen würde.

Langsam verglimmt das Licht der kleinen Kerze auf dem Tisch,
zum Schluss noch eine Unterschrift,
die frische Tinte ist verwischt,
weil es am  Ende doch nie ganz perfekt ist.

Gefaltete Gedanken,
auf einen Umschlag reduziert,
ein letzter Zweifel der sich auf dem Weg verliert,
als man das Papier zum letzten mal berührt,
und sich das Klappern der Metallplatte deines Briefkastens,
in der Stille der Nacht verliert.

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Es gibt keine Wahrheit.

Es gibt deine, es gibt meine, es gibt unsere und es gibt ihre.
Grenzen hier und dort.

Es gibt deren, es gibt deren falsche und unsere falsche.
Es gibt also keine richtige.

Irgendwie einigen wir uns. Worauf?
Oder worauf nicht?

Deine ist richtiger als meine, wenn du mir erzählen kannst,
wieso deine falsch ist.

Stillstand scheint nicht möglich, zurück?
In der Zeit jedenfalls nicht.

Es ist viel, vielleicht. Was bedeutet mein Wissen, wenn ich es nicht erzählen darf?
Sachzwänge.

Sachzwänge, so funktioniert auch das Alphabet,
oder Politik, oder Wirtschaft, oder Rassismus.

Oder Kapitalismus, Hass.
Woher kommt das, es gibt doch was gemeinsames?

Und trennendes, irgendwie. Ich glaube an etwas, woran kann ich nicht schreiben.
Ich kann es vielleicht nicht denken, doch können wir suchen und bleiben.

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